Daniela Gutenberg
Herr Schröder
Es ist einige Jahre her, als ein Gast zu uns ins Hotel kam, der einen schwarzen Mops hatte. Dieser hatte nur ein Auge, da er eines im Welpenalter verloren hatte. Dieser Gast war über eine Woche in unserem Hotel und ich lernte diesen Racker kennen und lieben. Seit diesem Zeitpunkt stand für mich fest, irgendwann werde ich mir einen schwarzen Mops zulegen. Im November 2004 hatten wir wieder Gäste im Hotel, welche mit zwei Möpsen anreisten. Einen schwarzen und einen beigen. Wie immer war ich hin und weg von diesen Hunden und sagte so aus Scherz zu meiner Mutter „Du, ich weiß was du mir zu Weihnachten schenken kannst. Einen Mops, aber bitte einen schwarzen. Die sind viel schöner als die beigen."
Sie sagte du bist verrückt. Erstens haben wir schon einen Hund hier im Hotel und zweitens sind die ja wohl voll hässlich.
14 Tage später, an einem Samstag, kam meine Mutter zu mir ins Büro und setzte mir ein kleines 9 Wochen altes Bündel Mops in den Arm. Was ist das, sagte ich entsetzt, der ist ja beige - ich wollte doch einen schwarzen. Na gut, sagte sie, dann nehme ich ihn halt wieder mit. Nix da, sagte ich, der liegt bei mir im Arm und da bleibt er auch. Ich drehte und wendete ihn in meinen Händen. Noch nie in meinem Leben hatte ich so einen schönen Mops gesehen. Da ich garnicht darauf vorbereitet war wusste ich auch garnicht was für einen Namen ich dem kleinen Racker geben sollte. Da sagte meine Mutter, dass er der einzige Mops in dem Wurf war, welcher einen Namen hatte nämlich Herr Schröder. Ich schaute ihm immer und immer wieder ins Gesicht und sagte der Name passt.
9 Wochen ist er erst alt. Ist das nicht ein wenig früh um einen Welpen abzugeben? Man hört ja im allgemeinen Hund gibt man im Alter von 12 Wochen ab. Also Dienstag gleich zum Tierarzt und checken lassen, ob Schröder gesund ist. Mein Tierarzt gab Entwarnung. Ein kleiner prächtiger gesunder Kerl ist Schröder.
Jetzt erst beschäftigte ich mich mit der Rasse Mops. Im Februar fand ich dann beim surfen das Mopsforum und informierte mich immer mehr über die Rasse und stellt fest das wir einen großen Fehler gemacht hatten, in dem wir einen Mops einfach so aus der Zeitung gekauft hatten ohne Papiere. Aber trotzdem war ich stolz und glücklich über meinen tollen Kerl, der von Tag zu Tag schöner und liebenswürdiger wurde. Nie im Leben würde ich Ihn wieder hergeben. Nur kaufen würde ich keinen mehr aus der Zeitung seitdem ich weiß, was für ein Schindluder mit dem Züchten und Importieren aus anderen Ländern getrieben wird.
Mein Leben hat sich durch Schröder überhaupt nicht geändert kein bisschen. ;-)
Anhänglichkeit: Mein Gott musst du denn sogar mit auf die Toilette gehen? Drehe mich aber erschrocken um wenn er mir mal nicht gefolgt ist .
Bett schlafen: Niemals kommt überhaupt nicht in Frage, 6 Monate hat es gedauert bis er es geschafft hat in mein Bett zukommen. Heute wecke ich Ihn das er von der Couch aufsteht weil wir schließlich ins Bett wollen.
Charakter: Ich habe noch keine einzige Rasse kennen gelernt habe die so liebenswert in ist.
Essen: Wie ein Staubsauger, der alles in sich reinstopfen will .
Gassi gehen: Och ist das lästig, ich faule Person muss regelmäßig spazieren gehen aber ich strahle über das ganze Gesicht, wenn ich sehe wie glücklich der kleine Kerl ist, weil er über die Felder und Wiesen toben kann.
Krank bin ich: Wenn es dem kleinen Kerl schlecht geht und dir keiner genau sagen kann was er hat. Wenn man die ganze Nacht mit dem Hund auf dem Arm umher läuft, weil er ein Welpenbiss in den Muskel abbekommen hat der sich böse entzündete.
Schlechtes Gewissen: Wenn du mich anschaust und in deinem Gesicht steht, Frauchen jetzt kümmere dich endlich um mich auch wenn du viel Arbeit hattest.
Schnarchen: Wie selbst dieses lästige Geräusch wie Musik klingt und du das erst merkst wenn du es nicht hörst.
Platzmangel: Wenn du dich ständig in meinen Kniekehlen auf der Couch zwängst, die eindeutig zu schmal ist. Naja, die nächste Couch wird halt breiter.
Verlust: Ich darf gar nicht daran denken , dass du mal nicht mehr da sein könntest.
So leben wir Tag ein Tag aus in unserem Hoteljob. Mein Dicker immer dabei. Wenn viel zu tun ist sitzt er im Büro und wenn nicht so viel ist liegt er in der Rezeption immer angeleint da er wirklich gerne spazieren geht. ;-)
Was ich auch leider gar nicht aus ihm rausbekomme ist seine Antipathie gegen Koffer. Er mag sie einfach nicht und so muss er wenn viele Anreisen sind immer im Büro sitzen, da er sonst die Gäste verbellt, die sich allerdings meistens darüber köstlich amüsieren.
Liebe Grüße
Daniela

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