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Projekt Mopshilfe
 
 
Freitag
03.
September 2010
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Das Märchen von der Nase

Lieber Mopsfreund,

auf der Suche nach interessanten Internetseiten zum Thema Mops haben Sie sicherlich immer wieder Begriffe wie Qualzucht, lange Nase oder altdeutscher Mops gelesen. Wenn Sie nun einen Mops Ihr Eigen nennen wollen, so können Sie nun schnell verunsichert werden. Welchem Züchter kann man denn nun trauen und wo kaufe ich am Besten meinen Mops?

Zunächst einmal werden die obigen Schlagworte nur von einem einzigen Verein hier in Deutschland genutzt. Dieser ruft sogar offen auf seiner Webseite dazu auf, daß Züchter, welche nicht diesem Verein angeschlossen sind, doch auf die Mopszucht verzichten sollen. Sind etwa vereinsexterne Züchter so schlimm oder so schlecht?

Dem Mopsinteressierten wird hier suggeriert, daß nur hier gesunde, agile und freiatmende Möpse gezüchtet werden. Bilder von Möpsen mit langer Nase sollen dies unterstreichen. Nur ein Mops ohne Nasenfalte und langer Nase kann freiatmend sein und somit ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, so die Kernaussage. Ja, und dieser Mops soll nun dem Ebenbild des altdeutschen Mopses entsprechen. Züchtern wird vorgeworfen ab etwa den sechziger Jahren dem Mops die Nase weggezüchtet und ihn so zur Qualzucht gemacht zu haben.

Ist dem denn wirklich so?
Wenn man sich alte Bilder, zum Beispiel aus dem 19. Jahrhundert, betrachtet, entdeckt man viele Drucke, auf welchen Möpse abgebildet sind, die auf den ersten Blick so garnicht an einen Mops erinnern. Allerdings finden sich aber ebenso viele Bilder, welche dem Mops von heute entsprechen. Nun stellt sich die Frage - wo kommen diese Bilder her, welche auf der Webseite des genannten Vereins nicht gezeigt werden? Haben da die Künstler vergangener Jahrhunderte ihre Phantasien blühen lassen und ein Kunstgeschöpf gemalt?
Eigentlich ist dies nicht so ganz zu glauben. Eher ist davon auszugehen, daß es wie auch bei uns Menschen oder bei anderen Tieren unterschiedliche Schläge gibt.

Aber zurück zum Thema. Können Möpse mit Nase besser leben als ihre restlichen Artgenossen? Dazu muß zunächst einmal erwähnt werden jeder Mops hat eine Nase. Wichtig ist hierbei jedoch, daß die Nasenfalte nicht über die Nasenöffnung hängt und somit das Atmen durch die Nase behindert. Liegt diese Nasenfalte fein auf der Nase, so hat ein Mops ohne Nase mindestens die gleiche Lebensqualität wie sein Pondon. Mehr noch, er sieht auch aus wie der Mops, den wir alle kennen und lieben.

Was in nun von diesen eingangs genannten Schlagworten zu halten?
Meiner persönlichen Meinung nach nichts. Dies gehört  einfach in eine Zeit mit Werbebegriffen wie Geiz ist geil oder saubillig. Für mich sind dies nur Aussagen, welche potentielle Käufer anziehen sollen. In einer Zeit wie dieser ist dies sicherlich auch berechtigt. Aber was ist mit anderen Züchtern?

Nun, hier gibt es den FCI mit ihrem Dachverband für Deutschland, dem VDH. Viele, viele Mopszüchter züchten in Vereinen innerhalb dieses Verbandes. Züchter müssen diverse Richtlinien erfüllen um überhaupt in einem angeschlossenen Verein züchten zu dürfen. Hierzu gehört es unter anderem auch dafür zu sorgen gesunde Hunde zu züchten.
Dank weit zurückreichender Ahnentafeln kann verfolgt werden, ob die Vorfahren gesunden Nachwuchs zeugten oder aber auch, ob sich der Nachwuchs später nicht für die Mopszucht eignete. Kranke Hunde, oder solche, von denen bekannt ist, daß ihr Erbmaterial nicht günstig für die Fortentwicklung des Rasse Mops ist, werden aus der Zucht genommen. So kann sichergestellt werden, daß zumindest innerhalb des VDH gesunde Möpse gezüchtet werden. Und hierzu zählen auch Möpse, welche trotz Nasenfalte freiatmend sind und deren Züchtern nahegelegt wurde auf die Mopszucht zu verzichten.

Die Züchter, welche hier auf der Webseite aufgeführt werden, verpaaren ihre Hunde grundsätzlich mit einem Augenmerk auf Gesundheit und Lebensfreude.
Wie überall jedoch, und das ist bei jedem Züchter so, egal, welchem Verein oder Verband er angehört, kann nie ausgeschlossen werden, daß Möpse auch mal, auch schlimmer, erkranken. Wie bei uns Menschen Erkrankungen oder Behinderungen auftreten, kann dies ebenfalls auch beim Mops geschehen. Aber dies ist eher die Seltenheit denn die Regel. Im Gegensatz zu uns Menschen, für die es keine Zuchtbestimmungen gibt, hat hier zumindest FCI/VDH einen Riegel vorgschoben und den angschlossenen Züchtern einige Auflagen gemacht.

Noch ein Wort zum Schluss
Es gibt mittlerweile auch Züchter, welche durch das gezielte Einkreuzen anderer Rassen wie zum Beispiel dem Jack Russel, wieder zum altdeutschen Mops zurückfinden wollen. Auch hier sollten Sie sich nicht täuschen lassen. Solchen Schimären haben nicht unbedingt etwas mit dem Mops zu tun. Es werden die Erbinformationen beider Rassen weitergegeben. Wer hier nun glaubt, der Jack Russel gibt nur die Erbinformationen für eine lange Nase weiter, der sitzt wohl einem Irrglauben auf.

In diesem Sinne

Peter Bömer

Peter Bömer [2007-02-04 13:58:42]drucken
 
 
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