Szömle, der Schauspieler
Vor fast einem Jahr habe ich darum gekämpft,daß dieser Mops nach Deutschland kommt. Szöm stammt aus Ungarn und wurde von Welpenalter an angebunden an einem ein Meter langen Seil ,draußen gehalten.Er durfte sich nicht bewegen und wurde mißhandelt. Demzufolge konnte er sich nicht richtig entwickeln. Ihm fehlte Muskulatur, er hatte keine Koordinierung
seiner Bewegungen.
Menschen aus der Nachbarschaft machten die Leiterin des dort ansässigen Tierheimes auf dieses Elend aufmerksam. Sie holte den Kerl von diesen schrecklichen Leuten weg und brachte ihn mit dem Flieger nach Hamburg, wo wir ihn dann abholten. Szöm war nur Haut und Knochen, soviel Elend habe ich noch nie in Natura gesehen und mit dem Schlimmsten gerechnet.
Bei seiner Genesung wurden wir sehr unterstützt von Mitgliedern unseres Forums und vom Projekt Mopshilfe.
Nun lest weiter, wie der Bursche mich in Griff hat.
Szömle lebt nun seit fast einem Jahr bei uns. Er hat enorme gesundheitliche Fortschritte gemacht , auch wenn er wohl nie wie ein gesunder Hund laufen wird! Er kann jetzt seine Bewegungen koordinieren und läuft bei unserem täglichen, langen Ausflug ohne Probleme mit.
Ohne Probleme aber nur, wenn er mit seinem Rudel allein ist. Szöm liebt es, wenn all meine Aufmerksamkeit ihm gilt, wenn ich mit ihm rede und ihn knuddele und belohne. Natürlich teilt er diese auch mit Nelly und Bruce, aber dann ist schon Schluß mit dem Teilen.
Gesellen sich andere Hundehalter mit ihren Vierbeinern zu uns, zeigt er, daß er auf einer Schauspielschule war. Er kann plötzlich ganz schlecht laufen, es wird gehinkt und getorkelt, ein Bein nachgezogen. Am Anfang machte ich mir große Sorgen um Szöm. Heute weiß ich, er zeigt mir so sein Unbehagen, mag andere Menschen nicht. Hunde sucht er sich aus.
Häufig wurde ich leicht vorwurfsvoll angesprochen und auf seinen Zustand hingewiesen mit dem Rat, ihn nicht so weit laufen zu lassen.Ich bat dann die Leute eine andere Richtung einzuschlagen und oh Wunder: Szöm beobachtet das ganze Tun und läuft wieder super!
Treffen wir Leute und ich klöne etwas, dreht mein Szöm sich um und hinkt in Richtung Heimat. Mitleidige Blicke sind ihn gewiß! Ich muß dann schnellstens hinterher. Hat er mich dann seiner Meinung nach weit genug von den Störenfrieden weggelotst, läuft mein Guter wie immer und auch nicht mehr in Richtung Heimat. Mittlerweile kennen ihn fast alle und amüsieren sich köstlich.
Auch ein kleiner Erpresser steckt tief in ihm,er ist schon ein recht talentierter Mops. Will er ein Leckerchen, bleibt er stur wie ein Esel stehen und geht keinen Schritt mehr. Ich kann pfeifen ,ich kann rufen in den lieblichsten Tönen, Szöm steht wie eine Eiche. Gehe ich in die Hocke und habe ein Leckerchen zur Hand, setzt er sich sofort in Bewegung und kommt freudig angelaufen. Ich muß sehr häufig in die Hocke begeben, so hält er mich halt fit.
Mittlerweile habe ich mich mit Szöm sehr gut arrangiert und nehme ihn so wie er ist. Er hat mich super erzogen.
Bianca Haß
.jpg) 
Szömle ist am 08.06.2007 über die Regenbogenbrücke gegangen.
|